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Porsche 911 R oder 911 S/T? Unsere Instagram-Community hat gewählt

07.10.2026 Von Richard Lindhorst
Porsche 911 R oder 911 S/T? Unsere Instagram-Community hat gewählt

Kürzlich hatte Sebastian Böhnke von Automotive Passion am Stadtrand von Hamburg zwei ganz besondere Elfer in seinem Showroom: einen Porsche 911 R der Baureihe 991 und einen 911 S/T der aktuellen Generation 992. Zwei Traumwagen mit dem selben Konzept, herausragenden Fahrleistungen und betörendem Klang. Auch preislich starten beide in vergleichbar schwindelerregenden Höhen. Wir stellten uns die Frage, für welchen der beiden wir uns entscheiden würden und gaben sie an unsere Community auf Instagram weiter. Das Ergebnis fiel überraschend eindeutig aus.

Fast drei Viertel bevorzugen den 911 R

Insgesamt werteten wir 447 Kommentare von 413 Accounts aus. 335 Nutzer äußerten eine Präferenz für eines der beiden Modelle. Mehrfachkommentare desselben Accounts wurden nur einmal berücksichtigt. Antworten ohne erkennbare Wahl und Aussagen wie „Ich würde beide nehmen“ blieben bei diesem Vergleich außen vor. Das Ergebnis: 243 Stimmen für den Porsche 911 R, 92 für den S/T. Damit entschieden sich 72,5 Prozent für den älteren Elfer und 27,5 Prozent für seinen jüngeren Verwandten. Die Auswertung bildet natürlich nur die Vorlieben der Teilnehmer ab und ist nicht repräsentativ für die gesamte Porsche-Community. Doch eine spannende Tendenz ist es allemal.

GT3-RS-Motor und Handschaltung verbinden beide Modelle

Technisch folgen beide einem ähnlichen Grundgedanken: Ein Vierliter-Sechszylinder-Saugmotor aus dem jeweiligen GT3 RS trifft auf ein manuelles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb und eine Karosserie ohne feststehenden Heckflügel. Beim 2016 vorgestellten 911 R leistet der Motor aus dem 991 GT3 RS 500 PS und erreicht eine Maximaldrehzahl von 8.800 U/min. Das Fahrwerk stammt aus dem GT3, die Hinterachslenkung gehört zur Serienausstattung. Ein Einmassenschwungrad für ein spontaneres Ansprechen des Motors war optional erhältlich.

Der 2023 vorgestellte S/T kombiniert den 525 PS starken Motor des 992 GT3 RS mit dem Sechsgang-Handschaltgetriebe des GT3 Touring. Porsche verkürzte dafür die Achsübersetzung des Touring um acht Prozent und entwickelte eine besonders leichte Kupplung samt Einmassenschwungrad. Die geringeren rotierenden Massen lassen den Motor noch spontaner hochdrehen. Außerdem bietet er 200 Umdrehungen mehr Drehzahlreserve. Erst bei 9.000 Touren schreitet der Drehzahlbegrenzer ein. Hinzu kommen die Doppelquerlenker-Vorderachse des 992 GT3 und eine eigene Fahrwerksabstimmung. Auf die Hinterachslenkung verzichtet der S/T.

Den Porsche 911 S/T kann man als legitimen Nachfolger des 911 R sehen. Konzeptionell ist er dem 911 R extrem ähnlich. © Motorlegenden

Was unterscheidet den Porsche 911 R vom 911 S/T?

Der 2016 vorgestellte Porsche 911 R basiert auf der Baureihe 991 und leistet 500 PS. Der 2023 vorgestellte 911 S/T gehört zur Baureihe 992 und leistet 525 PS. Beide besitzen einen Vierliter-Saugmotor, ein manuelles Sechsganggetriebe und Heckantrieb. Der 911 S/T unterscheidet sich unter anderem durch seine Doppelquerlenker-Vorderachse und den Verzicht auf die beim 911 R serienmäßige Hinterachslenkung. Das Einmassenschwungrad war beim 911 R optionale Sonderausstattung, beim 911 S/T serienmäßig.

Gibt es den Porsche 911 R und den 911 S/T mit PDK?

Nein. Porsche bot sowohl den 911 R als auch den 911 S/T ausschließlich mit einem manuellen Sechsganggetriebe an.

Welche Unterschiede gibt es zwischen 911 R und 911 S/T bei den Fahrleistungen?

Der Porsche 911 R beschleunigt aus dem Stand in 3,8 Sekunden auf 100 km/h, in 11,6 Sekunden auf 200 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 323 km/h. Der 911 S/T benötigt 3,7 Sekunden bis Tempo 100 km/h, 11,2 Sekunden bis 200 km/h und wird bei 300 km/h elektronisch abgeregelt.

Beim 911 R überzeugen Fahrgefühl und Form

In den Begründungen für den älteren 911 R tauchen einige Argumente immer wieder auf: seine kompaktere Karosserie, die Optik der 991-Generation und das besondere Fahrerlebnis. Manche Kommentierende entscheiden allein nach dem Aussehen. Andere schildern eigene Erfahrungen am Steuer. Interessant wird es dort, wo Nutzer beide Autos kennen und dem S/T durchaus technische Vorzüge zugestehen, persönlich aber den R bevorzugen.

Zwei Nutzer berichten aus eigener Erfahrung mit beiden Modellen. Beide bevorzugen den 911 R. Einer besitzt nach eigener Aussage beide und beschreibt das emotionalere Fahrerlebnis seines R mit Einmassenschwungrad als ausschlaggebend. Auf der Rennstrecke sei der S/T das bessere und schnellere Auto. Müsste er einen der beiden verkaufen, würde der R bleiben.

Ein weiterer User berichtet von seiner Erfahrung mit beiden Modellen. Für ein Jahr besaß er beide parallel. Den Motor des S/T beschreibt er als besonders spontan ansprechend, das Fahrerlebnis im R hingegen als rauer und näher am klassischen Elfer. Seine Entscheidung hat er bereits getroffen: Der S/T wurde verkauft, der R blieb.

Die Fans des 911 S/T loben Motor, Getriebe und Fahrwerk

Auch auf der Seite des Porsche 911 S/T melden sich Nutzer zu Wort, die Erfahrungen mit beiden Modellen gesammelt haben. Einer gibt an, beide besessen zu haben und sieht den S/T bei Motor, Fahrwerk, Dämpfung und Lenkung deutlich vorn. Ein anderer, der selbst einen S/T besitzt und den R mehrfach fahren konnte, hält den jüngeren Elfer insgesamt für das etwas bessere Auto. Ihm gefällt außerdem die Form der Baureihe 992 besser.

Für einen anderen Nutzer sprechen Optik und Innenraum für den 911 R, beim Fahren bevorzuge er aber den S/T. Das unmittelbare Ansprechen des Motors, die kurze Übersetzung und der Verzicht auf die Hinterachslenkung machen für ihn den Unterschied. Auch die Vorderachse mit Doppelquerlenkern zählt er zu den Vorzügen. Für ihn bietet der S/T auf kurvigen Landstraßen das überzeugendere Fahrerlebnis.

KennzahlPorsche 911 R (991)Porsche 911 S/T (992)
Leistung500 PS525 PS
0–100 km/h3,8 s3,7 s
0–200 km/h11,6 s11,2 s
Höchstgeschwindigkeit323 km/h300 km/h, elektronisch begrenzt
Leergewicht1.370 kg1.380 kg
Stückzahl991 Exemplare1.963 Exemplare

Damit zeigen die Kommentare auch, wie unterschiedlich selbst Menschen urteilen, die beide Autos gut kennen oder gar besitzen. Was die einen am R als besonders reizvoll empfinden, wiegt für andere die fahrdynamischen Vorzüge des S/T nicht auf. Dazu kommen persönliche Vorlieben beim Design. Einige bevorzugen ausdrücklich die Form des 991, andere finden gerade die Optik des 992 besonders gelungen.

Der historische Stellenwert spricht für den 911 R

Für einige Nutzer spielt auch die Geschichte hinter den beiden Modellen eine Rolle. Sowohl der 911 R als auch der S/T greifen Namen aus den frühen Jahren des Elfers auf. Der R erinnert an den gleichnamigen Leichtbau-Rennwagen von 1967. Der S/T nimmt Bezug auf den historischen 911 ST, den Porsche zwischen 1969 und 1972 in verschiedenen Ausführungen für Rallyes und Rundstreckenrennen baute. Beide haben also Vorbilder aus den 60er- und 70er-Jahren, bei denen geringes Gewicht und Motorsport im Mittelpunkt standen.

Der moderne 911 R hat allerdings selbst eine Entwicklung angestoßen, die das Porsche-Modellprogramm nachhaltig beeinflusste. Nachdem der 991 GT3 zunächst ausschließlich mit PDK angeboten worden war, kombinierte Porsche im R den Motor des GT3 RS mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe und einer Karosserie ohne feststehenden Heckflügel. Das Fahrerlebnis auf der Straße stand im Mittelpunkt. Wie wir bereits 2023 in unserem Artikel über den besonderen Stellenwert des 911 R beschrieben haben, fand dieses Konzept im GT3 mit Touring-Paket ab 2017 seine Fortsetzung.

Genau diese Bedeutung hebt auch ein Nutzer in den Kommentaren hervor. Für ihn hat der R einen festen Platz in der jüngeren Porsche-Geschichte, weil er der Handschaltung im GT-Bereich wieder besondere Aufmerksamkeit verschaffte. Der S/T entwickelt die Idee des leichten, handgeschalteten Straßen-Elfers heute weiter. Für manche Fans bleibt der R aber das Auto, das dieser Entwicklung den Weg bereitete. Auch darin liegt ein nachvollziehbarer Grund, weshalb sie ihm trotz der technischen Vorzüge des S/T den Vorzug geben.

Der Porsche 911 R begeistert nach wie vor die Porsche-Fans

Unsere kleine Abstimmung zeigt, wie viel Begeisterung der Porsche 911 R auch zehn Jahre nach seiner Vorstellung auslöst. Der Community gefallen besonders seine zeitlose Form, das Fahrerlebnis und sein Stellenwert innerhalb der Porsche-Geschichte. Die Fans des S/T finden ebenso nachvollziehbare Gründe für ihre Wahl.

Ein Vergleich zwischen Porsche 911 R und 911 S/T kann naturgemäß keinen Verlierer kennen. Beide sind außergewöhnliche, limitierte Sondermodelle, die das Fahrerlebnis über die Rundenzeit stellen. Der 911 R läutete die Ära der GT-Porsche ohne Heckflügel ein und ebnete den Weg für den GT3 Touring. Der 911 S/T führte das Konzept 911 R konsequent fort.

Besonders aufschlussreich sind die Berichte derjenigen, die beide Modelle kennen oder besitzen: Einige gestehen dem 911 S/T fahrdynamische Vorzüge zu und würden trotzdem den R behalten. Andere schätzen gerade das Ansprechen des Motors und das Fahrwerk des S/T so sehr, dass ihre Wahl auf den jüngeren Elfer fällt. Die Erfahrungen dieser Nutzer zeigen, wie unterschiedlich die Prioritäten selbst bei zwei technisch eng verwandten Konzepten ausfallen.

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